We shall overcome

R├╝ckblick auf die ├Âkumenische Klimaandacht zum Auftakt des Globalen Klimastreiks am 3. M├Ąrz 2023

Lesezeit: 3 Minuten

Teilnehmer:innen der Klimaandacht stehen in einem gro├čen Kreis. Eine Person spielt Gitarre. Alle singen.
Foto: Andreas H├╝ser

Unter dem Motto #tomorrowistoolate demonstrierten am 3. M├Ąrz 2023 laut Fridays for Future 12000 Menschen in Hamburg f├╝r mehr Klimagerechtigkeit. Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn des Streiks veranstaltete die Hamburger Ortsgruppe der Christians for Future gemeinsam mit der Schwesterorganisation Churches for Future eine ├Âkumenische Klimaandacht vor der Hauptkirche St. Petri.

Bj├Ârn Blumenhagen verdeutlichte in einer kurzen Ansprache, was die Bibelgeschichte ├╝ber den Propheten Jona, seine unbequeme Botschaft und die Stadt Ninive auf Abwegen mit uns zu tun hat. Generalvikar P. Sascha-Philipp Gei├čler SAC betete in einer F├╝rbitte um mehr Verantwortungsbewusstsein f├╝r unsere Erde und ihre Zukunft.

Der Moment, in dem ├╝ber 60 Menschen aller Altersklassen im Kreis standen und mehrstimmig ÔÇ×We shall overcomeÔÇť sangen, verbreitete einen ganz besondere, feierliche Stimmung. Gest├Ąrkt von diesen Eindr├╝cken und dem gemeinsamen Gebet schlossen sich die Teilnehmenden nach der Andacht dem Klimastreik an.

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden, besonders bei ÔÇ×GastgeberÔÇť Pastor Krischan Heinemann, bei Diakonin Katharina Bloemberg von der Arbeitsstelle Weitblick f├╝r ihre tatkr├Ąftige Unterst├╝tzung bei der Vorbereitung und bei Johannes Reiners f├╝r seine musikalische Begleitung!

We shall overcome
We shall overcome
We shall overcome

Geistlicher Impuls: Jona ist einer von uns

von links: Johannes Reiners, Bj├Ârn Blumenhagen, Erhard Maria Klein (Foto: Andreas H├╝ser)
von links: Johannes Reiners, Bj├Ârn Blumenhagen, Erhard Maria Klein (Foto: Andreas H├╝ser)

Liebe Streikende, liebe Geschwister,

bestimmt haben die meisten von euch schon von dem Propheten Jona geh├Ârt, der in einem Wal gefangen war. Aber kennt ihr auch seine ganze Geschichte?

Eines Tages gibt Gott Jona einen wichtigen Auftrag: Er soll der Stadt Ninive etwas Schreckliches verk├╝nden: Weil die Menschen in der Metropole sich sehr boshaft verhalten, beschlie├čt Gott, die Stadt zu vernichten. Statt aber nach Ninive zu reisen, fl├╝chtet Jona sich in die entgegengesetzte Richtung und besteigt ein Schiff. Gott vereitelt seine Flucht und schickt einen gewaltigen Sturm, sodass JonasÔÇś Schiff in Seenot ger├Ąt. Das Unwetter beruhigt sich erst, als die Seeleute Jona ├╝ber Bord werfen und er von einem gro├čen Fisch verschlungen wird. Im Leib des Fisches fleht Jona um Gnade. Er klagt Gott, dass ihm das Wasser bis zum Hals stehe und bekennt Gott als seine Hilfe. Gel├Ąutert wird Jona nach drei Tagen aus seiner Gefangenschaft freigelassen und verk├╝ndigt nun der Stadt Ninive, dass ihr Untergang unmittelbar bevorsteht. Das hat eine unverhoffte Wirkung: Die Herrschenden und Einwohner*innen der Stadt erkennen ihr Fehlverhalten, machen sich von Unrecht frei und bitten Gott um Gnade. Gott sieht die radikale Kehrtwende der Stadt und verschont sie.

Heute k├Ânnen wir sagen: Jona ist einer von uns. Auch wir haben eine unbequeme Botschaft: Diese Stadt, nein, diese Welt, steuert auf eine Katastrophe gigantischen Ausma├čes zu. Uns wurde die Verantwortung f├╝r Gottes Sch├Âpfung gegeben, aber dem Vertrauen, das in uns als Menschheit gesetzt worden ist, sind wir nicht gerecht geworden ÔÇô so wie jetzt kann und darf es nicht weitergehen! Wie Jona sich seiner Aufgabe entziehen wollte, ist es auch heute kein Vergn├╝gen, laut werden zu m├╝ssen, um vor den Gefahren des Klimawandels zu warnen und Gerechtigkeit einzufordern. Jona wurde durch einen Wal gezwungen, seinem Auftrag zu entsprechen, uns zwingen die Vorboten der Katastrophe: Rekordsommer, ├ťberflutungen, gigantische Waldbr├Ąnde um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch wir kennen das Gef├╝hl, dass uns ÔÇ×das Wasser bis zum HalsÔÇť steht. Und so ist es heute an uns als engagierte Menschen und als Christ*innen, aber auch an den Kirchen als Institutionen, umzukehren und unseren prophetischen Auftrag ernst zu nehmen. Heute streiken und demonstrieren wir daf├╝r, damit wir darauf hoffen k├Ânnen, dass es ein zweites Mal hei├čen wird: ÔÇ×Ninive ist gerettetÔÇť.

Bj├Ârn Blumenhagen

erschienen: 05.03.2023 (zuletzt bearbeitet: 21.10.2023)
#Klimastreik #Klimaandacht #R├╝ckblick
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